Anti-Angiogenese Therapie

Den Krebs „aushungern“

Eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum eines Tumors und die Entstehung von Metastasen – und damit für eine Ausbreitung der Krebserkrankung – ist die Neubildung von Blutgefäßen (In Fachkreisen als Neo-Angiogenese bekannt).

Auf Basis dieses Wissens erforscht man zur Zeit intensiv die Mechanismen, die zu dieser Gefäßneubildung in Tumoren beitragen. In letzter Zeit ist es gelungen, Medikamente zu entwickeln, die diese Gefäßneubildung im Tumor verhindern bzw. unterbrechen, wodurch dieser – mangels Nährstoffen „ausgehungert“ – abstirbt.

Bis zur Größe eines Stecknadeskopfes kann ein Tumor aus dem umliegenden Gewebe Sauerstoff und Nährstoffe aufnehmen.
Hat er diese Größe überschritten, braucht er Blutgefäße, um sein Überleben zu sichern. Bei Sauerstoffmangel produzieren die Krebszellen nun eine Art Botenstoff (Wachstumsfaktoren), der durch das Gewebe bis zum nächsten Blutgefäß dringt und mittels freigesetzten Enzymen eine Art „Hilferuf“ ausstößt. Die feste Struktur der Blutgefäßwand löst sich auf und in weiterer Folge wächst eine Art Verbindungsschlauch in Richtung Tumor und stellt so einen Anschluß an das Blutgefäßsystem her. Neue Blutgefäße, die der Körper eigens gebildet hat, um das Überleben des Tumors zu sichern, entstehen.

Der Tumor wächst nun weiter an und durch die neu entstandenen Anschlüsse ans Blutgefäßsystem können sich die Krebszellen nun im gesamten Organismus ausbreiten und Metastasen bilden.

Aus diesen Erkenntnissen entwickelte sich die Idee, durch eine Blockade dieser Neubildung von Blutgefäßen, den Tumor regelrecht „auszuhungern“ bzw. durch eine gezielte Zerstörung dieser neu gebildeten Blutgefäße Tumore zum Absterben zu bringen.

Zur Zeit werden weltweit Medikamente in diese Richtung entwickelt und gestestet und sind auch bei bestimmten Krebsformen als Arzneimittel zugelassen.

Anti-Angiogenese

Anti-Angiogenese
Den Krebs "aushungern"