Chemotherapie

Chemotherapie stellt eine der 3 Säulen der schulmedizinischen Krebstherapie dar, gemeinsam mit der Operation und der Strahlentherapie.
Sie ist nicht ganz unumstritten, weil sie von belastenden Nebenwirkungen begleitet wird.
Allerdings konnte das Ausmaß mancher Begleiterscheinungen dank der medizinischen Weiterentwicklung deutlich reduziert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Broschüre "Chemotherapie", die Sie hier downloaden können: Chemotherapie.pdf


Was ist Chemotherapie?

Chemotherapie beinhaltet chemische Arzneimittel, deren Substanzen die Tumorzellen - unter größtmöglicher Schonung der gesunden Körperzellen - bekämpfen. Sie können

  • einerseits das Wachstum der Krebszellen hemmen (Zytostatika),
  • andererseits Krebszellen direkt schädigen (Zytotoxika).

Die Chemotherapie setzt bei der Zellteilung an (siehe "Was ist Krebs?").
Zellen befinden sich üblicherweise in 2 Phasen: der Ruhephase oder der Teilung. Krebszellen weisen sich, wie wir bereits gesehen haben, durch ungehemmtes Wachstum aus, teilen sich also öfter als gesunde, nichtentartete Zellen.

Auf diesem unterschiedlichen Zellwachstum beruht die Wirksamkeit der Chemotherapie. Sie greift jene Zellen an, die sich gerade teilen und schädigt sie an bestimmten molekularen Strukturen (vorwiegend im Zellkern).

Leider werden dabei auch gesunde Körperzellen, wie die Blutstammzellen, angegriffen. Aus diesen blutbildenden Zellen des Knochenmarks gehen alle Blutzellen des Körpers hervor, sodass das blutbildende System durch eine hochdosierte Chemotherapie in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ziel der Chemotherapie ist es, bösartige Zellen zu zerstören und nach Möglichkeit eine vollständige Rückbildung von Krebsgeschwülsten zu erwirken.

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Durchführung einer Chemotherapie

Verabreichung:
Chemotherapie kann in folgenden Formen verabreicht werden:

  • Intravenös: In Form von Infusionen (tropfenweises Einbringen in Venen oder Spinalkanal) oder Injektionen (rasches Einbringen in die Venen mittels einer Spritze).
  • Subkutan: als Kathether-Implantat unter die Haut.
  • Oral: in Form von Tabletten oder Kapseln (Aufnahme über den Verdauungstrakt durch Schlucken).

Die so verabreichte Medikation gelangt auf diese Weise an jede Stelle des Körpers und erreicht jede Zelle.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, die Chemotherapie gezielt auf ein lokales Anwendungsgebiet zu begrenzen. Das heißt, sie entfaltet ihre Wirkung nur dort, wo sie appliziert wird (beispielsweise im Spinalraum = Rückenmarkgegend, Bauch oder Brusthöhle).
Oft werden unterschiedlich wirkende Zytostatika miteinander kombiniert und kurz hintereinander verabreicht.
 

Dauer:
Eine Chemotherapie läuft in der Regel in Zyklen ab. Das heißt, dass sich die Gesamtbehandlung aus Einzelbehandlungen zusammensetzt, die in bestimmten zeitlichen Abständen aufeinander folgen.

Ein Zyklus dauert häufig drei bis vier Wochen. Auch hier wiederum entscheidet der Arzt, je nach Krankheitsstadium, über Dauer und Zyklen der Verabreichung. Die Chemotherapie kann täglich, wöchentlich oder monatlich, jeweils ein bis mehrere Tage hindurch verabreicht werden.

Zwischendurch, also zwischen den einzelnen Zyklen, meist aber erst nach zwei bis drei Zyklen, werden immer wieder Kontrollen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen (Spricht der Tumor auf die Behandlung an? Ist er kleiner geworden?)
 

Ort:
Chemotherapien werden stationär oder ambulant in Spitälern durchgeführt (onkologische Abteilung, Tagesstation, Ambulanz). 

Im Allgemeinen können Behandlungen großteils ambulant durchgeführt werden. Einige wenige Stunden reichen aus.

Je nach Reaktion der Patienten oder nach Ausmaß der Therapieform können auch ein- bis mehrtätige Spitalsaufenthalte notwendig sein.

 

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Einsatz der Chemotherapie

Oft wird die Chemotherape in Kombination mit einem operativen Eingriff und/oder der Strahlentherapie, verabreicht. 

Da jede Krebserkrankung anders ist, sprechen die verschiedenen Tumorarten auch sehr unterschiedlich auf Chemotherapien an.

Der Spezialist entscheidet im Einzelfall je nach Krankheitsbild über Beschaffenheit und Dosierung der Medikamente, ebenso wie über die Dauer des Behandlungszeitraums. 
Dieser kann völlig unterschiedlich lang ausfallen, und richtet sich nach

  • Krebsart,
  • Ausmaß der Erkankung,
  • psychische und physische Situation des Patienten.
Chemotherapie wird unterschiedlich in Form, Verabreichung und Zielsetzung angewandt. 

Die Art der therapeutischen Anwendung ist unterschiedlich und richtet sich nach dem entsprechenden Krankheitsbild. So kann die Chemotherapie mit folgenden Zielsetzungen verabreicht werden:

  • Einzelindikation zur Heilung: 
    Bestimmte Krebsformen können durch die ausschließliche Verabreichung einer Chemotherapie geheilt werden (z.B. Leukämie oder bestimmte Arten von Lymphdrüsenkrebs). Chemotherapie stellt oft dann die einzige Form der Therapie dar, wenn sich ein bösartiger Tumor über Blutgefäße und Lymphbahnen im ganzen Körper ausgebreitet und Tochtergeschwülste gebildet hat.
  • Unterstützend vor einer Operation (Neo-adjuvante Therapie):
    Eine Chemotherapie kann vor einer geplanten Operation angezeigt sein, um den Tumor zu verkleinern und damit den Eingriff zu erleichtern.
  • Unterstützend als Nachbehandlung (Adjuvante Therapie):
    Selbst wenn der Tumor durch eine Operation vollständig entfernt werden konnte, weiß man, dass bei einem Teil der Patienten zum Zeitpunkt der Operation winzige Krebsherde im Körper ausgestreut sein können. Um auch diese letzten Reste von Mikro-Metastasen zum Absterben zu bringen, wird die Chemotherapie unterstützend (= adjuvantiv) im Zuge der Nachbehandlung eingesetzt.
  • Palliative Behandlung:
    In manchen Fällen, bei fortgeschrittenen Tumoren, wird die Chemotherapie palliativ eingesetzt. Das heißt, sie kann allenfalls lebensverlängernd wirken bzw. die Lebensqualität verbessern, aber nicht vollständig heilen. Das Tumorwachstum wird verzögert, aber es kommt zu keiner Rückbildung.

Manchmal werden Behandlungen auch im Rahmen klinischer Studien durchgeführt, im Zuge derer neue Tumortherapeutika zur Anwendung kommen.
 

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Nebenwirkungen

Leider zieht die Chemotherapie auch unerwünschte Begleiterscheinungen nach sich, weil beim Angriff auf die Krebszellen während der Zellteilung auch gesunde Zellen geschädigt werden. Allerdings können die in Mitleidenschaft gezogenen normalen Zellen diese Schäden größtenteils wieder reparieren.

Dennoch sind die Nebenwirkungen einer Chemotherapie für viele PatientInnen unangenehm und belastend.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Blutbildveränderungen.
  • Haarausfall.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Schleimhautentzündungen.
  • Erschöpfung ("Fatigue").

Zu den akut auftretenden Nebenwirkungen können sich auch verzögert einsetzende Schädigungen von Herz, Lunge, Niere, Leber, Haut und Nervengewebe einstellen.

Es ist allerdings anzumerken, dass das Ausmaß der schädigenden Nebenwirkungen durch den Fortschritt der medizinischen Entwicklung heute bereits wesentlich reduziert werden konnte, bzw. die Nebenwirkungen besser aufgefangen werden können.

Es ist auch anzumerken, dass das Ausmaß der Nebenwirkungen bei jedem Patienten unterschiedlich auftritt.

Die Intensität der Nebenwirkungen ist unabhängig von der Wirksamkeit oder der Therapie. Es kann also bei geringen Nebenwirkungen nicht auf eine Wirkungungslosigkeit der Behandlung geschlossen werden.

Wie stark die Beeinträchtigung des Patienten durch eine Chemotherapie ist, hängt von Behandlungsdauer sowie Wahl und Dosierung des Zytostatikums ab.

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Chemotherapie
Eine Chemotherapie greift die Krebszellen bei ihrer Teilung an

Chemotherapie.pdf

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Chemotherapie: Eine Broschüre der Öst. Krebshilfe