Strahlentherapie


Die Strahlentherapie ist eine Behandlung mit ionisierenden Strahlen, die bei unterschiedlichen Erkrankungen, zumeist aber bei der Bekämpfung bösartiger Tumore zum Einsatz kommt.

Auch die Strahlentherapie weckt bei PatientInnen, ähnlich wie die Chemotherapie, unangenehme Assoziationen. Dabei ist die Strahlentherapie bei etwa 50% aller Tumorheilungen als alleinige oder mitbeteiligte Behandlungsmethode verantwortlich.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Broschüre "100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Strahlentherapie", die Sie hier downloaden können: Strahlentherapie.pdf


Was ist eine Strahlentherapie?

Strahlentherapie ist die Anwendung ionisierender Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen. Dazu zählen hochenergetische Röntgen-, Gamma- und radioaktive Strahlen.

Die Wirkung der Strahlentherapie beruht auf einer Hemmung, bzw. einer gänzlichen Unterbindung der Zellteilung (siehe "Was ist Krebs?").

Jedes Gewebe hat ein "Reparatursystem", um Strahlenschäden entgegenzuwirken. Das Reparatursystem der Krebszellen funktioniert meist wesentlich schlechter als das der gesunden Zellen. Während sich gesundes Gewebe meist wieder von der Bestrahlung erholt, können Tumore oder auch vereinzelt Tumorzellen durch die Bestrahlung soweit geschädigt bzw. zerstört werden, dass ein erneutes Tumorwachstum und damit oft auch die Streuung von Tumorzellen in andere Organe verhindert wird.

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Durchführung einer Strahlentherapie

Anwendung:
Im Gegensatz zur Chemotherapie handelt es sich bei der Strahlentherapie um eine rein lokale Behandlung. Hierbei wird grob in 2 Behandlungsmethoden unterschieden:

  • Teletherapie (Bestrahlung von außen):
    Mittels unterschiedlicher Therapiegeräte wird die entsprechende Dosis von außen in den Tumor eingestrahlt. Dabei müssen normale Strukturen wie Haut, Fett, Bindegewebe, mitunter auch Organe, durchdrungen werden, um das Krebsgewebe zu treffen. Die Wahl der Strahlenarten und die Anordnung der Strahlenfelder werden individuell so angelegt, dass die Strahlenwirkung vordringlich in das Krebsgewebe dringt und die Belastung für das umliegende (gesunde) Gewebe möglichst gering gehalten wird. Die Mehrzahl der Tumorpatienten bekommt eine Teletherapie.
  • Brachytherapie (Bestrahlung von innen, Afterloadingtherapie):
    Wird vorwiegend bei jenen befallenen Organen durchgeführt, die von außen gut zugänglich sind (z.B. Gebärmutter, Scheide, Speise-/Luftröhre). Hierbei werden radioaktive Strahlen mittels einem Applikator (spezielle Hülsen, Schläuche oder Nadeln) in eine Körperhöhle  oder direkt in das Tumorgewebe eingebracht. Die radioaktive Strahlung erfolgt erst nachdem der Applikator angebracht wurde, also im Nachhinein, daher auch die Bezeichnung "Afterloading".

Dauer:
Um dem gesunden Gewebe Zeit zur Regeneration nach einer Bestrahlung zu geben ("Reparaturmechanismus"), muss die gesamte Strahlendosis in zahlreiche Einzelsitzungen (Fraktionen) aufgeteilt werden.

Die Fraktionen dauern nur kurze Zeit (einige Sekunden bis Minuten) und sind in der Regel schmerzlos.

Je nach Art der Erkrankung können unterschiedliche "Bestrahlungs-Stundenpläne" notwendig sein. Üblicherweise 5x/Woche mit einer Gesamtdauer von einigen Wochen.

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Einsatz einer Strahlentherapie

Lage, Zugänglichkeit und Tumorart entscheiden über die Anwendungsart der Strahlentherapie.
Die Dosis (Gray) richtet sich nach der Strahlenempfindlichkeit des entsprechenden Tumors und wird für jeden Patienten individuell vom behandelnden Arzt festgelegt.

Strahlentherapie kann allein oder in Verbindung mit einer Operation und/oder Chemotherapie verordnet werden, mit folgenden Zielsetzungen:

  • Heilung (kurative Strahlentherapie):
    Hierbei werden die Tumore zur Gänze zerstört. Gute Erfolge durch alleinige Strahlentherapie ist gegeben bei lokalisiertem Lymphdrüsenkrebs, Gebärmutter- und Scheidenkrebs, Stimmband und Mundhöhlenkrebs im Frühstadium, Haut-, Augen und Prostatakrebs, Tumoren der Analregion sowie kleinen Lungentumoren.
  • Adjuvante Strahlentherapie (nach einer Operation):
    Einerseits können mögliche, vereinzelt zurückgebliebene Krebszellen nach einer Operation mittels Strahlentherapie vernichtet werden, zum anderen können Tumore in Verbindung mit Chemotherapie dauerhaft zum Verschwinden gebracht werden.
  • Palliative Strahlentherapie:
    Ist eine vollständige Heilung aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums nicht mehr möglich, so kann Strahlentherapie doch zu einer Lebensverlängerung bzw. einer Linderung der tumorbedingten Symptome (Schmerzen) beitragen.
Immerhin beträgt die Heilungsrate bei onkologischen Patienten durch Strahlentherapie ca. 50% !

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Nebenwirkungen

Die Strahlentherapie ist eine lokale Anwendung, d.h. ihre Wirkung - und Nebenwirkung - ist auf die bestrahlte Körperregion begrenzt.

Art und Ausmaß der Nebenwirkungen betreffen daher nur das Gewebe, das im Strahlenfeld mitbestrahlt wird.

  • Akute Nebenwirkungen:
    Hautrötungen (im Bereich der Strahlungsfelder), Schleimhautentzündungen im Mund- und Speiseröhrenbereich (bei Bestrahlung in der Kopf/Halsregion), Durchfälle oder Harnwegsinfektionen (bei Bestrahlung der Bauch- oder Beckenregion).
    Diese Nebenwirkungen treten meistens bereits während der Bestrahlung auf, bilden sich aber in der Regel nach Beendigung der Strahlentherapie vollständig zurück.
  • Chronische Nebenwirkungen (Spätfolgen):
    Verhärtungen der Haut, Mundtrockenheit (Bestrahlung der Speicheldrüsen), Funktionsstörungen des Darmes (Bestrahlung im Bauchbereich), Schilddrüsenunterfunktion (Bestrahlung Halsregion), Beeinträchtigung der Lungenfunktion (Bestrahlung der Lunge).
    Chronische Nebenwirkungen können oft erst Jahre nach der Therapie auftreten und sind meist irreversibel (nicht rückgängig machbar).

Die belastenden Begleiterscheinungen konnten durch die verbesserten Möglichkeiten der Bestrahlungsplanung und Bestrahlungstechnik sowie die Aufteilung der Dosis in kleine Einzelfraktionen deutlich vermindert werden. Zahlreiche Begleitmaßnahmen und unterstützende Medikamente stehen heute zur Verfügung.

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Strahlentherapie
Die Strahlentherapie zielt auf Verkleinerung, bzw. gänzliche Zerstörung des Tumors ab

100 Antworten zur Strahlentherapie.pdf

Strahlentherapie
100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Strahlentherapie

Strahlen gegen Krebs.pdf

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Strahlen gegen Krebs